User Research für das Audio Branding des DBSV
Wenn das Hören plötzlich zum wichtigsten Sinn wird: Für das Audio Branding des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes haben wir Nutzerverständnis neu gelernt.

Ein Klang für 80.000 Ohren.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hat 40.000 Mitglieder mit unterschiedlichen Graden an Sehbeeinträchtigungen. Sie leben in einer Welt, die für Sehende gemacht ist und stoßen jeden Tag auf Barrieren, die wir ihnen unwissentlich in den Weg stellen.Unsere Kollegen von why do birds standen als Soundstrategen und Designer:innen vor der Aufgabe, ein Audio Branding für den DBSV zu gestalten. Aber wie bildet man die unterschiedlichen Erlebnisse und Bedürfnisse von so vielen Menschen in ein paar Minuten oder gar Sekunden Musik ab? Und wie können wir eine adäquate Repräsentanz dieses Verbandes schaffen, wenn sich unsere Lebenswelten essentiell unterscheiden?Hier kommen wir als Service Designer:innen ins Spiel.

Die richtigen Fragen stellen.
Das Audio Branding des DBSV brauchte einen sensiblen User-Research-Prozess. Es sollte auf einer Basis gestaltet werden, die essentiell aus den Menschen hinter dem Verein besteht. Wir wollten Fragen beantworten, wie: Welche Rolle spielt der Verband im Leben seiner Mitglieder? Wenn dem Gehör bei abnehmenden Sehvermögen eine größere Rolle zukommt, können wir diese Aufgabenverteilung in Sound abbilden? Wo bietet Sound bereits eine Unterstützung? Und wie können wir als Sehende die Welt blinder Menschen richtig repräsentieren?
Ein Teil des Vereins.
Wir haben eine diverse Gruppe an Mitgliedern ausgewählt – verschiedene Sehbeeinträchtigungen, Geschichten und Interessen sind unser Einblick in den Verband. Diese Gruppe haben wir im Alltag begleitet, sind Einkaufen und zur Post gegangen, haben uns durch den Stadtverkehr navigiert und sie zuhause besucht. Nur so konnten wir die starke Grundlage für einen Sound schaffen, der mehr kann, als nur schön klingen.

Gemeinsam zum nächsten Schritt.
Nach intensiven Interviews und Shadowings haben wir eine Reihe an Schlüsselerkenntnissen formuliert. Es war uns ein besonderes Anliegen, den DBSV zu jedem Zeitpunkt tief mit in den Prozess einzubinden. In Workshops mit den Vorstandsmitgliedern und Kollegen im Sound Design haben wir unsere Vision für ein nachhaltiges Audio Branding weiterentwickelt.

Der Mensch macht den Verein.
Nutzerzentriertes Design braucht es in allen Disziplinen. Die tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Lebensrealität unserer Kund:innen ist Grundlage für Gestaltende aller Art, ein Ergebnis zu schaffen, das Hand und Fuß hat.
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»Das Team hat sich ebenso sensibel wie systematisch mit der Welt blinder und sehbehinderter Menschen auseinandergesetzt und dann die daraus gewonnenen Erkenntnisse in unser Markenklang-Projekt eingebracht. Die hatten einen Plan – und er hat funktioniert!«
– Volker Lenk, Pressesprecher des DBSV



